Digitales Gesundheitssystem - ab 1. Jan kommt das E-Rezept für alle gesetzlich Versicherten!

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hält weiterhin am geplanten Datum für den bundesweit verpflichtenden Start des E-Rezeptes fest. Die Testphase ab Juli ist alles andere als erfolgreich gelaufen. Von 1000 angepeilten Testrezepten wurden gerade mal 42 E-Rezepte erfolgreich ausgestellt und abgerechnet. Daher mehren sich auch die Bedenken aus allen Ecken des Gesundheitssystems.

Die neue BMG-Führung hat die für den 1.Januar geplante verpflichtende Einführung des E-Rezeptes abgesagt, weil die flächendeckende Einführung derzeit keinen sicheren Betrieb garantieren würde. Daher soll erstmal weiter getestet werden.

Verantwortlich für die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist die Gematik. Die Stimmmehrheit mit 51 % im Unternehmen hält das Gesundheitsministerium. Die Gematik betreut unter anderem die Telematikinfrastruktur, also das geschütze Netzwerk, über das alle Akteure des Gesundheitssystems kommunizieren. Über die TI sollen unter anderem auch die E-Rezepte zwischen Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken und Krankenkassen ausgetauscht werden.

Für das E-Rezept ist eine moderne elektronische Gesundheitskarte unabdingbar, die Versicherte von ihren Kassen bekommen können. Denn nur mit dieser neuen Karte und einer PIN können die Nutzer*innen sich mit der Karte in der App eindeutig identifizieren. Wer diese App nicht nutzen kann (viele Smartphones sind zu alt) oder nicht nutzen möchte, bekommt stattdessen in der Praxis einen QR-Code ausgedruckt.

Der QR-Code, ob digital oder ausgedruckt ist der Schlüssel zum eigentlichen Rezept. Das Rezept landet dann auf den Servern der Gematik und es gibt keine Möglichkeit, sich gegen das E-Rezept zu entscheiden.

Das Chaos scheint vorprogrammiert: In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Ausfällen und diese legten im schlimmsten Fall die Praxen für Tage oder Wochen lahm. Wenn die TI ausfällt, können E-Rezept weder ausgestellt noch eingelöst oder abgerechnet werden. Ein weiteres Problem die QR-Codes, also die Schlüssel zu den eigentlichen Rezepten sind unnötig kompliziert und fehlerhaft stellte ein IT-Experte fest. Die Rezepte sind auch nicht Ende-zu-Ende verschlüsselt und somit potenziell für die Gematik lesbar. Es ist nicht klar, wer alles auf die Datenbanken der Gematik Zugriff hat, dazu kommen möglicherweise, wie in der Vergangenheit Hack-Angriffe auf Krankenhäuser und Gesundheitsbereiche - es entsteht also ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko. Aus diesem Grund kritisierte der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kerber diese Zentralisierung favorisierte eine dezentrale Datenspeicherung bei den Patient*innen selbst.

Die Bundesärztekammer will die Einführung noch stoppen. Ob der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach noch auf die Bremse tritt ist noch offen.

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