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Präambel

garten1Das Thema Ernährung fristet auf kommunaler Ebene bis heute mehr oder weniger ein Schattendasein. Sehr selten gibt es für den Bereich Ernährung spezielle Ansprechpartner bei den Kommunen, meistens ist das Gesundheitsamt zuständig. Allerdings handelt es sich bei dieser Zuständigkeit mehr um eine Aufgabe der Gefahrenabwehr, die durch mangelnde Hygiene, verdorbene Lebensmittel oder besondere Schadstoffe in den Lebensmitteln verursacht sind.

Eine Hinwendung zu einer gesunden, ausgewogenen Ernährung bleibt meist dem einzelnen Bürger überlassen oder ehrenamtlichen Organisationen leisten hier Bildungsarbeit. Bis heute sehen die etablierten politischen Parteien die individuelle Ernährung als ureigenste Verantwortung jedes einzelnen an. Vorgaben oder gar Verbote werden als Eingriff in diese "Ernährungs-Freiheit" abgelehnt.

stier1Die Landwirtschaftsbetriebe in Bayern sind in der Regel abhängig von der europäischen Subventionspolitik. Die Entscheidungsfreiheit jedes einzelnen Landwirts, wie er seinen Lebensunterhalt verdient, ist durch die Abhängigkeit von diesen Subventionen stark eingeschränkt. Ebenso kann der einzelne Landwirt auf seinem Ackerland nicht anbauen was ihm gefällt. Auf einer als Weideland deklarierten Fläche kann er beispielsweise nicht so einfach Gemüse anbauen.

Der direkte Zusammenhang zwischen dem lokalen / regionalen Anbau von Nahrungsmitteln und den Lebensmitteln, die vor Ort verzehrt werden, ist weitgehend verloren gegangen. Besonders in den Ballungsräumen hat dies zu einer großen Unkenntnis weiter Bevölkerungsschichten über die Bedürfnisse der Landwirtschaft geführt. Man kann schon fast von einer Entfremdung vieler Menschen von natürlichen Lebensmitteln sprechen.

Der heutige Stand im Bereich Ernährung und Landwirtschaft sind Ergebnis einer über Jahrzehnte andauernden Entwicklung. Das stetig geforderte Umsatz- und Absatzwachstum, das angeblich Vorraussetzung für unseren Wohlstand ist, ist Triebfeder No1 hierfür. Dies ist eine Fehlentwicklung mit katastrophalen Folgen in vielerei Hinsicht. Eine Umkehr ist durchaus möglich, wenn die folgenden 4 Forderungen umgesetzt werden:

1. Die im Weltagrarbericht 2008 als Vorrausetzung für eine ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln geforderte ökologische, kleinbäuerliche Landwirtschaft steckt in Bayern noch in den Kinderschuhen. Das ändern auch keine aktuellen Entwicklungen wie das erfolgreiche Volksbegehren "Rettet die Bienen" oder das Umschwenken der bayerischen Staatsregierung in Sachen Klimaschutz. Spätestens seit der Unterzeichnung der UN - Agenda 2030 vom 25.9.2015 durch die Bundesregierung hat sichDeutschland verpflichtet, die Herstellung von Gütern und Dienstleistungen grundlegend zu ändern. Geschehen ist bis heute nichts in diese Richtung.

2. Der "dezentrale" Ansatz wird nach wie vor nicht verfolgt, sondern die Landtagsparteien streben weiterhin in den meisten Bereichen "zentralisierte" Lösungen an. Dazu werden Unternehmen einschließöicschwein1h landwirtschaftliche Betriebe motiviert, alles zu tun, um immer weiter zu wachsen. Eine Folge davon simmer größere landwirtschaftliche Betriebe und Lebensmittelerzeuger mit negativen Auswirkungen auf beispielsweise die Vielfalt von Pflanzen und Tieren.

3. Die Konzentration in der Landwirtschaft sorgt zudem für immer weniger Arbeitsplätze in diesem Bereich, Maschinen haben große Teile der früheren Handarbeit ersetzt. Erklärt wird dies mit den hohen Lohnkosten und dem internationalen Kostendruck bei Lebensmitteln. Diese Verhalten verhindert auch eine Wiederbelebung des Arbeitsmarktes in der Landwirtschaft, sondern sorgt mit weiter zunehmender Technisierung tendenziell für noch weniger Arbeitsplätze , sofern dies überhaupt noch möglich ist.

4. Besonders die Bedingungen in den Massentierstallungen führen immer wieder zu mehr oder weniger gravierenden Verletzungen und auch Misshandlungen der Tiere. Viele Verbraucher fordern inzwischen eine Wertschätzung für alle lebenden Kreaturen und einen Abbau tierunwürdiger Haltungsmassnahmen. Die artgerechte Tierhaltung darf nicht zum Marketinginstrument verkommen, um ständig weiter zu wachsen, sondern wir müssen Tiere wieder wertschätzen. Ein Tierwohl-Label kann solch eine Haltung nicht ersetzen!

Zusammengefasst ergeben sich folgende Forderungen für die Bereiche Ernährung und Landwirtschaft:

Im Einzelnen ergeben sich daraus viele Maßnahmen, von denen einige im Folgenden auflistet sind, die zumindest zum Teil von den Kommunen selbst realisiert werden könn(t)en.

Tierhaltung / Fleischproduktion / artgerechte Tierhaltung

Milchwirtschaft

Fischzucht (Aquakulturen)

Gemüseanbau

Landwirtschaftliche Flächen für Energieplanzen z.B. Mais

Wasser

Lebensmittel-Transporte

Ernährung und Gesundheit

Lebensmittelverschwendung

Die Menge an verschwendeten Lebensmitteln muss drastisch sinken. Die kann gelingen durch

Anreize für Privatgärten durch die Kommunen

Gastronomie

Work-Life Balance als Arbeitskraft in der Landwirtschaft

Einzelhandel / Versorgung der Bevölkerung

soziale Komponente vom Lebensmitteleinkauf nutzen

Förderung des regionalen Nahrungsmittelanbaus (welche Flächen stehen zur Verfügung)

Förderung von Organisationsformen zum Anbau von Nahrungsmitteln

Die Kennzeichnung von Lebensmitteln soll:

Bildungsarbeit für Ernährung und Landwirtschaft an den Schulen

Auswirkungen eines ungebremsten Transports um den Erdball:

Klimawandel und Landwirtschaft

CO2 Freisetzung durch die Landwirtschaft und Möglichkeiten der Reduzierung durch:

 

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Verfasst von Heiner Putzier / Weilheim , Stand 11 / 2019. Ich freue mich über Kommentare und Kontaktaufnahme :  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und www.slowfood.de/pfaffenwinkel

Wer tiefer einsteigen möchte, dem empfehle ich die Atlanten der Heinrich Böll Stiftung, die als PDF von folgender Adresse heruntergeladen werden können:

https://www.boell.de/de/die-atlanten-der-heinrich-boell-stiftung