Online: Syrien: «Coming Back Is Not Going Home» Rückkehr und erneute Vertreibung nach dem Fall des Assad-Regimes
Syrien: «Coming Back Is Not Going Home»
Rückkehr und erneute Vertreibung nach dem Fall des Assad-Regimes
Die syrische Revolution begann mit Forderungen nach Würde, sozialer Gerechtigkeit und politischer Handlungsmacht – Ansprüche, die durch Krieg, erzwungene Flucht und geopolitische Instrumentalisierung zerschlagen wurden. Ein Jahr nach dem Fall des Assad-Regimes drohen Rückkehrpolitiken, die Ausblendung ihrer Forderungen und Erfahrungen zu wiederholen: Syrer*innen werden als zu verlegende Bevölkerungen behandelt, Wiederaufbau wird als Markt gedacht, und Mobilität als Problem, das es zu kontrollieren gilt.
Rückkehr lässt sich nicht diskutieren, ohne zugleich über die Vertreibungskampagnen der letzten 14 Jahre und die anhaltenden erzwungene Flucht in Syrien zu sprechen. Millionen wurden aus ihrem Zuhause gerissen – häufig durch politisch motivierte demografische Neuordnung: Manche Gemeinschaften wurden vertrieben, andere belagert, viele dauerhaft an der Rückkehr gehindert. Diese Brüche prägen, wer zurückkehren kann, wer nicht – und wer in seinem Exil verbleiben muss.
Überall in der Region werden Rückkehrdebatten weniger von Sicherheit als von Eindämmung und geopolitischem Kalkül bestimmt – vom EU-Türkei-Abkommen bis hin zu restriktiver Flüchtlingspolitik im Libanon. Syrer*innen navigieren weiterhin militarisierte Grenzen, unsichere Aufenthaltsbedingungen, bürokratische Hürden, rechtliche Zwischenräume und neue Wellen der Vertreibung, während basisnahe Netzwerke Schutz und Solidarität von unten wiederaufbauen.
Diese Veranstaltung bringt Stimmen aus der Türkei, dem Libanon, Syrien und Europa zusammen und fragt, was Gerechtigkeit bedeutet, wenn «Rückkehr» schneller vorangetrieben wird als Rechte, Rechenschaft oder materielle Bedingungen gesichert werden können. Wir verbinden Syriens unbeendete revolutionäre Frage mit den juristischen Schauplätzen, an denen Syrer*innen um Aufenthalt und Schutz kämpfen – und mit Europas Verschiebung hin zu Externalisierung, Abschreckung und selektiven Asylsystemen.
Migration ist nicht die Krise – Krieg, Ungleichheit und die Repression von Bewegung sind es. Es geht nicht darum, Syrer*innen zurückzuführen, sondern sicherzustellen, dass Rückkehr ein Recht bleibt – und keine auferlegte Entscheidung.
Sprachen: Englisch–Arabisch / Arabisch–Englisch (mit Simultanübersetzung)
Online, Zoom-Link: eu01web.zoom.us/j/64603911569
Referent*innen:
- Cahide Sari Okur – Generalsekretärin der Agora Association – Association for Migration Research (Agoraderneği), Türkei
- Mohammad Sablouh – Leiter des Rechtsprogramms am Cedar Center for Legal Studies, Libanon
- Simav Hassan – Journalistin und Advocacy- und Kommunikationsdirektorin bei Syrians for Truth and Justice
- Sofian Philip Naceur – deutsch-algerischer Journalist, tätig im Nordafrika-Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tunis; Autor von Decrypting ICMPD
- Moderation: Ansar Jasim (Rosa-Luxemburg-Stiftung, Büro Beirut)
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dis:orient, einem unabhängigen Kollektiv von Journalist*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen, die sich kritisch mit den Gesellschaften und politischen Realitäten Westasiens und Nordafrikas auseinandersetzen.
Lokale Uhrzeiten:
- Deutschland (CET) 17:00–19:00
- Beirut, Libanon (EET) 18:00–20:00
- Damaskus, Syrien (EET) 18:00–20:00
- Türkei (TRT) 19:00–21:00
- Irak (AST) 19:00–21:00
Liste der Daten (auf der Veranstaltungs-Details Seite)
- 2025-12-09 17:00
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