Debanking – Angriff auf die Solidaritätsarbeit vom Anarchist Black Cross Dresden
Mitte November teilte die GLS Bank dem Verein, der uns seit Jahren verbunden ist und hilft Spenden zu sammeln, mit, dass dessen Bankkonto fristlos gekündigt wurde. Gründe wurden dabei nicht genannt. Dem Verein wurde lediglich mitgeteilt, dass es Regelungen gäbe, die es der Bank erlauben, Bankkonten aus „triftigem Grund“ zu kündigen.Das Anarchist Black Cross Dresden* sammelt seit Jahren Spenden für (politische) Gefangene in Deutschland aber auch in Belarus und in Russland. Seit 2014 unterstützen wir außerdem unsere Genoss*innen in der Ukraine mit unter anderem finanziellen Mitteln. Erst Mitte Oktober organisierten wir eine Spendenkampagne, die es uns ermöglichte Menschen in der Ukraine humanitäre Hilfe in Kriegsgebieten zukommen zu lassen. Bei diesen Aktivitäten arbeiteten wir mit dem genannten Verein eng zusammen.
Uns war nicht sofort klar, ob das „Debanking“ mit unserer aktivistischen Arbeit zusammenhing oder andere Gründe hatte. Die GLS Bank blockierte zunächst das Onlinebanking. Auf Nachfrage bei der Hotline teilte die Bank mit, es gäbe „technische Probleme“. Einige Tage später erreichte die Vereinsvorstände ein Brief, der ihnen mitteilte, dass das Konto fristlos gekündigt wurde. Als mehr und mehr Details ans Licht kamen, wurde uns klar, dass das Konto aus politischen Gründen gekündigt wurde, die im Zusammenhang mit unserer aktivistischen Arbeit stand. Aber die ganze Sache geht weit über diesen einen Verein und die GLS Bank hinaus.
Denn es war nicht nur der Verein, der plötzlich mit Problemen dieser Art in Zusammenhang mit der GLS Bank konfrontiert war. Eine Privatperson, die mit dem Verein assoziiert ist wurde ebenfalls darüber informiert, dass ihr (privates!) Bankkonto aus ungenannten Gründen fristlos gekündigt wurde. Außerdem verweigerten sowohl die Ethikbank als auch die ING eine Kontoeröffnung auf Anfrage des Vereins und der genannten Privatperson. Uns wurde klar, dass dahinter ein größeres Problem stecken muss, eine klare politische Agenda. Uns ist bewußt, dass bereits andere politische Gruppe und Organisationen mit der Sperrung ihrer Konten konfrontiert sind und es sich nicht um das Problem einer einzigen Bank handelt.
An diesem Punkt ist klar, dass das, was bisher passiert ist und weiterhin passiert, ein politischer Angriff verschiedener Banken auf die linke Infrastruktur in Deutschland ist. In einer so digitalisierten Welt wie der unseren, sind Organisationen wie wir abhängig von Banken, da Spenden nicht mehr in Form von Bargeld gesammelt werden. Wir können zum bisherigen Zeitpunkt nur spekulieren, welche unserer Aktivitäten dazu geführt haben, dass der Verein solche Maßnahmen erfährt. Im pro-russischen und Anti-Antifaschistischen Sachsen könnte z.B unsere Unterstützung für belarusische und russische gefangene Aktivist*innen und ihren Kampf gegen das Regime ein Grund sein. Oder die Unterstützung ukrainischer Aktivist*innen, die sowohl der Ministerpräsident von Sachsen als auch der sächsische Verfassungsschutz problematisch finden und ABC Dresden dafür bereits als linksextremistisch einstufte. Ein anderer Möglicher Grund könnte unsere Beteiligung in der Solidaritätsarbeit mit Antifaschist*innen sein, die sich gegen die Welle rassistischer und faschistischer Gewalt in der Region organisieren und von unserer rechtsgerichteten Regierung und Polizei immer wieder massive Repressione erfahren. Auch die Einstufung der Antifa Ost als Terrororganisation durch die USA im September könnte eine Reaktion der Banken ausgelöst haben.
Was hier geschieht, reiht sich ein in verschiedene staatliche und nicht-staatliche Aktionen und Repressionen gegen linke und antifaschistisch arbeitende Strukturen in Deutschland, Europa und dem Rest der Welt. Die Verfolgung, Kriminalisierung und Verunmöglichung antifaschistischer Arbeit findet auf verschiedensten Ebenen statt. Debanking ist ein Mittel, das in den aktuellen Entwicklungen und dem zunehmend sichtbaren Wandel hin zu faschistischen Strukturen eingesetzt wird, gegen die, die diese bekämpfen.
Die GLS Bank, die sich selbst als „Deutschlands größte nachhaltige Bank“ bezeichnet und in ihren Prinzipien „Gegenseitige Hilfe, Unterstützung und soziales Handeln“ aufführt, ist dabei ein Beispiel, wie Liberale Kräfte dem Rechtsruck immer wieder Vorschub leisten können.
Letztlich gibt es viele Gründe für das, was aktuell passiert – und seien wir ehrlich: Anarchistische oder linke Banken existieren in dieser Welt nicht. Liberale, die sich mit ihren angeblich fortschrittlichen Werten schmücken, werfen Solidarität und das Recht auf selbstbestimmtes Organisieren über Bord, sobald der Druck von rechts zu groß wird. Konservative liebäugeln schon jetzt mit faschistischen Kräften, im verzweielten Versuch, sich irgendwie an der Macht zu halten.
Wir sehen in den Entwicklungen vor allem einen großen Erfolg für die AfD, den Russischen Staat, das Regime von Donald Trump und den ganzen anderen konservatien und faschistischen Mächten, die versuchen progressive Politik immer weiter zu unterdrücken und im Gegenzug die Herrschaft über die Gesellschaft zu errichten.
Für jetzt ist unsere Soliarbeit in Unterstützung anderer Kollektive in verschiedenen autoritären Regionen dieser Welt pausiert. Bitte überweist nicht weiter Geld auf unser Konto, sondern legt es in bar zur Seite. Fall ihr die Möglichkeit habt und in Bar spenden wollt, bitte kontaktiert uns und wir werden eine Möglichkeit finden, dass das Geld seinen Weg auf die eine oder andere Weise findet. Wenn ihr Anwält*in seid oder Anwält*innen kennt, uns helfen wollt oder euch mit Situationen wie der beschriebenen auskennt oder von Debanking betroffen seid – kontaktiert uns gern per Mail.
Das Anarchist Black Cross (ABC) ist eine Organisation, deren Anfänge bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts zurückreichen. ABC-Gruppen gibt es weltweit. Sie unterstützen anarchistische und antifaschistische Gefangene und kämpfen gegen das Gefängnissystem.
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Die Angriffe auf die Konten linker Organisationen ist ein massiver Schlag in Zeiten des Rechtsrucks. Egal was mensch von den getroffenen Organisationen hält, es kann sehr schnell alle treffen, die sich bspw. gegen den Abbau sozialer und ökologischer Mindeststandards organisieren. Es darf nicht unbeantwortet bleiben, weil es sonst weiter Banken zu ähnlichen Handlungen motiviert. Da die GLS eine Genossenschaft ist, bei der viele Menschen und Organisationen Konten haben, besteht eine reale Chance die Bank unter Druck zu setzen und ggf. auch den verantwortlichen Vorstand abzusägen. Verbreitet dafür bitte folgende Signalgruppe als Sammel- und Infokanal. Bitte tragt dort auch Fälle von anderen Banken zusammen, da es die Vermutung gibt, dass u.a. Druck der Trump-Regierung hinter den Aktionen stecken könnte und wir möglichst schnell Übersicht gewinnen sollten.
https://signal.group/#CjQKIFJYf29tvCZu9MIvAdQNp8sP3Iv9aALZTW90RYo3mwGpEhBmJ34gDm6O_YMtNqnZ4zwa
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Finanzindustrie greift linke Strukturen an - GLS attackiert DKP und abc
von: anonym am: 19.12.2025 - 14:56
Die GLS-Bank hat, wie sich aus zwei Pressemiteilungen ergibt, linken Strukturen die Bankverbidnungen, teilweise fristlos, gekündigt. Welche Auswirkungen hat dies?
Aus Pressemitteilungen der DKP und von abc-Dresden ergibt sich, dass die GLS-Bank teilweise fristlos die Konten genkündigt, den Zugriff auf die Gelder gesperrt hat. Damit setzt die Bank möglicherweise im Rahmen ihrer Anti-Terrorismus-Compliance Programme um, wie die enhanced due diligence („verstärkte Sorgfaltspflicht”). Unternehmen speisen vorbeugend Medienberichte in ihre Systeme ein, scannen öffentlich zugängliche Datenbanken, Social-Media-Aktivitäten und bewerten anschließend das Risiko ob eine Firma, ein Verein, oder Pesronen materiell oder finanziell Terrorgruppen unterstützten oder unterstützen könnten. Das bedeutet, um zivil- oder strafrechtliche Haftung zu verhindern, handeln auch Banken vorbeugend, selbst wenn die konkrete Personen oder Vereine nicht auf einer offiziellen Sanktionsliste stehen!
Wie systematisch das die GLS nun weiterbetreiben wird, welche weiteren Banken nachziehen, wie tief in linke Strukturen hinein Konten geündigt werden, das wird sich erst in den kommenden Monaten und Jahren zeigen. Tendenziell dürften diese "debanking"-Maßnahmen wohl eher zunehmen und auch zunehmend exponierte Privatpersonen treffen. Die GLS dürfte vermutlich nur den Auftakt begonnen haben.
Für die GLS-Bank sollte gelten: keine Geschäftsbeziehungen, Konten schließen und zu anderen Banken umziehen. Die USA üben mit ihrer Sanktionspolitik, beginnend mit der Lkstung von "Antifa-Ost" als "Terrororganisation", sowie der Auslobung einer Belohnung von bis zu 10 Millionen Dollar für Hinweise auf finanzielle Transaktionen, erheblichen wirtschaflichen und vor allem symbolischen druck aus.
Die Washington Post hat in einem lesenwerten aktuellen Artikel ("Die Trump-Regierung bereitet ein umfassendes Vorgehen gegen linke Netzwerke vor.") die Strategie der US-Regierung gegen Linke, LGBTIQ* Antifaschist:innen u.a. zusammengefasst und gibt letztlich einen düsteren Ausblick.
So hat Michael Glasheen, Einsatzleiter der Abteilung für nationale Sicherheit des FBI, letzte Woche bei einer Anhörung des Ausschusses für innere Sicherheit des Repräsentantenhauses erklärt, dass er Trumps Ansicht teile, Antifa sei die größte terroristische Bedrohung im Inland (der Artikel ohne Bezahlschranke:https://archive.is/kpqFj ). Ungarn stößt im Rahmen der EU in das selbe Horn, die AfD, CDU und auch die SPD in Deutschland nicht weniger.
Um so mehr stellen sich für alle linken Aktivist:innen ganz lebenspraktische Fragen: wie mit Geld unmgehen, wohin damit, wie können sich linke Strukturen, die tendenziell das kapitalistiche Bankensystem sowieso ablehnen, in einer Welt überleben, in der sowieso schon prekäre Lebensbedingungen den Alltag prägen, sondern wie wird der wirtschaftliche Druck der durch solche Maßnamen wie der GLS-Bank entsteht, aufgefangen- aber auch entsprechend beantwortet.
Delisting GLS
Enteignet die Banken!






